Die Stadt wird ruiger, das Leben wird wilder
Autor Rick | Kategorie Brasilien, Freunde, good | geschrieben am 16-01-2012
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Mittlerweile scheint die Ferienzeit in Brasilien zu ende zu gehen. Viel weniger Leute kommen an den Strand und wenn, dann am Wochenende.
Dadurch dass ich jetzt weniger Kurse habe, bieten sich neue Möglichkeiten um Blödsinn zu machen.
Über Weihnachten habe ich Angi kennengelernt, eine sehr gute Kiterin, die mich zu meinem ersten Downwinder mitnahm.
Für alle Nichtkiter: Bei einem Downwinder surft man immer mit dem Wind mit. Das ist so als würde man nur Wellen absurfen, ohne zurück paddeln zu müssen.
Man surft immer die Küste entlang und trampt dann einfach wieder zurück. Da die Strände als Strassen genutzt werden, findet man recht schnell eine Mitfahrgelegenheit.
Ein viel beeindruckenderes Ereignis erlebte ich zum letzten Vollmond.
Angi überredete mich mit ihr auszureiten. Obwohl mein letzter Ritt auf einem Pferd 14 Jahre zurück liegt und mit einem verstauchtem Bein endete, wollte ich die Gelegenheit nicht verpassen und suchte mir schonmal einen Cowboyhut.
Sie organisierte 2 ziemlich große Gaul mit dickem Wildledersattel. Als der Mond dann hell genug war, stiegen wir auf.
Die Einführung zur Pferdbedienung erinnerte mich an meine erste Surfstunde, als mein Onkel Christian mir erklärte: “Du Paddels mit der Welle an und steigst dann auf – Klar?”
Besser als erwartet, kam ich aber schnell klar.
Angi ist kein Mädchen des langen Zögerns, so galoppierten wir durch die staubigen Strassen runter an den Strand, rasten über die hell leuchtenden Dünen und hielten erst bei den Klippen an um ganz cool eine Zigarette zu rauchen.
Man – eine Fantasie aus dem Kindergarten wurde war. Ich – der Marlboroman zusammen mit Zorros Tochter unterm Vollmond. Nur das ultra breite Grinsen auf meinem Gesicht passte nicht ganz so ins Bild.
Ich war stoked, ich wollte mehr. Ich wollte die Freiheit nicht nur schmecken, ich wollte sie packen und umarmen und selbst zur Freiheit werden. Ich schwang mich auf die Stute und wir ritten weiter Richtung Berg. Hoch hinauf bis zum Leuchtturm. Hier wurden wir von einem Ausblick belohnt, welcher nur unter hellem Mond möglich ist:
Links unten sah man die Wellen an den scharfen Klippen zerschellen. Kontrastvoll breiteten sich neben dem tosenden Meer die weiten majestätischen Dünen aus und dazwischen lagen ein paar Palmenplantagen, die wie große schwarze Kaffeeflecken aussahen. Weit rechts waren vereinzelt kleine Hütten verstreut, die sich nach und nach zur Stadt zusammen schlossen. Man fühlte sich wie in einem düsteren Fantasy-Western in dem Tim Burton Regie spielte.
Mit einer dunklen Staubwolke hinter uns ritten wir die Stadt hinunter Richtung Saloon, um Genre-entsprechend einen Caipirinha zu trinken.
Hehe, die Fantasien eines 5 Jährigen auf dem Spielteppich können in Jeri einfach war werden. Ich kann’s kaum abwarten später mit dem Surfbrett unter dem Arm den Sonnenuntergang entgegen zu reiten während Flipper neben mir Pirouetten springt.
















